Einleitung
Ein Wohnhaus auf einem Felsen gebaut, ähnlich wie vor über 3.000 Jahren.
Ḫattuša liegt im zentralanatolischen Hochland, das gesamte Stadtgebiet ist eine Felsenlandschaft. Diese Felsen waren einst in die Bebauung integriert, eine Tradition die sich noch heute beobachten läßt, z.B. im an der Ruine gelegenen Dorf Boğazkale (früher: Boğazköy). Die Oberflächen großer und kleiner Erhebungen weisen oft noch die für die Hethiter so typischen Bearbeitungsspuren auf. Manche sind allerdings auch späteren Steinmetzen der Antike zum Opfer gefallen, was man an der
römischen Technik erkennen kann. Ein schönes Beispiel ist hierzu im vorigen Artikel, beim Inhaltsverzeichnis zu sehen.
Die Felsen Kesikkaya (geschnittener Felsen) im Nordosten und Kızlarkaya (Mädchenfelsen) im Südwesten der Karte.
Auf der Karte links läßt sich eindrucksvoll die felsige Landschaft erkennen. Die von Südwesten heranlaufende Poternenmauer (parallel zur Straße) wird von der Straße bei der Abbiegung nach Nordosten gekreuzt und die Mauer läuft weiter nach Nordwesten an den geschnittenen Felsen heran.
Kartierung
Diese Spuren zu kartieren, nach unterschiedlichen Bearbeitungstechniken und Zusammenhängen entsprechend zu beschreiben und den unterschiedlichen Kulturen zuzuordnen, ist Kernaufgabe des Ḫattuša Survey Projektes. Die Flächen zwischen den Felsen und um sie herum werden ebenso aufgenommen und die zahlreichen Reste der einstigen Architektur mit den Felsbearbeitungen in einer gemeinsamen Karte dargestellt. So entsteht ein neues Bild der hethitischen Stadtplanung und was lange Zeit als Steinbruch galt, wird wieder ein Monumentalbau.