Hattuša Survey

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Ḫattuša


Ḫattuša liegt ca. 150km östlich von Ankara
Ḫattuša [gespr.: Chattusa] war die Hauptstadt des Hethiterreiches, welches im 2. vorchristlichen Jahrtausend in Altvorderasien eine Großmacht, gleichrangig mit Ägypten war.

Vorhethitische Besiedlung

Die Besiedlungsgeschichte reicht aber bis ins 5. vor allem aber 4. Jt. v. Chr. zurück, in die sogenannte Chalkolithische Periode („Kupfersteinzeit“), als der Ort erstmals besiedelt wurde. Zwei weitere kleine Ansiedlungen dieser Zeit: Yarıkkaya und Çamlıbel Tarlası sind aus der näheren Umgebung bekannt.

Aus der folgenden Frühbronzezeit ist aus dem Stadtgebiet des späteren Hattuša nur die Endphase am Übergang vom 3. zum 2. Jt. V. Chr. zu fassen.

Silbenzeichen: nu Datei:Ninda.jpg-an e-iz-za-at-te-ni wa-a-tar-ma e-ku-ut-te-ni.  
Aussprache: nu NINDA-an ēzzateni, wādar-ma ekuteni  
Übersetzung: Ihr esst Brot, Wasser aber trinkt ihr.

Dieser erste vollständig übersetzte hethitische Satz zeigt die Zugehörigkeit des Hethitischen mit der indoeuropäischen Sprachfamilie: e-iz-za-at-te-ni, “ihr esst”, ist mit dem althochdeutschen ezzan, wa-a-tar, “Wasser”, mit dem altniederdeutschen watar verwandt.

Quelle: Wikipedia:Hethitische Sprache:Beispielsatz

Erste Hethiter

Besser bezeugt ist die Zeit der Handelsaktivitäten altassyrischer Kaufleute aus der assyrischen Hauptstadt Assur, im Nordirak gelegen, mit Zentralanatolien um 2000-1700 v. Chr., nach dem Hauptzentrum dieses Handels Karum Kaniš (heutige Kültepe) auch als Karum-Zeit bekannt. Aus dieser Zeit sind auch die ersten hethitischen Namen bezeugt, die der bisher ältesten bezeugten indoeuropäischen Sprache in Altvorderasien angehörten.

Von Kleinstaaten zum Reich

Diese frühen Hethiter bildeten, ebenso wie die zeitgleiche hattische Urbevölkerung, zu dieser Zeit kleine miteinander konkurrierende Fürstentümer.

Hattuša wurde um 1650/1600 v. Chr. als Hauptstadt des sogenannten Althetitischen Reiches erwählt, monumental ausgebaut und blieb in dieser Funktion mehr oder weniger kontinuierlich bis zum Ende des sogenannten Großreiches um 1200/1180 v. Chr. Die Hethiter waren für gut 450 Jahre eine der wichtigsten Großmächte Altvorderasiens.

Niedergang

Nach dem durch interne, externe und wahrscheinlich ökologische Faktoren bedingten Zusammenbruch des Reiches, verlor die Siedlung in der Früheisenzeit zunächst an Bedeutung, blieb aber durchgehend bestehen.

Nach den Hethitern

Erst ab dem 8. Jh. bis ca 700 v. Chr. erholte sich der Ort, fiel aber bald wieder in die Bedeutungslosigkeit zurück.

Die folgenden Jahrhunderte hielt dieser Zustand an und erst mit einem eingewanderten keltischen Stamm, der Galater bestand hier ab dem 3. Jh. v. Chr. wieder eine dörfliche Siedlung. Es folgte die römische Herrschaft ab 25. v. Chr. Ḫattuša wurde zu dieser Zeit als Steinbruch genutzt.

Erst mit mittelbyzantinischer Zeit, ab dem 10.-11. Jh. n. Chr. wurde der Ort wieder besiedelt Eine kleine Kapelle und Häuser in der Oberstadt zeugen von einer gewissen Bedeutung des Ortes. In der Unterstadt laufen derzeit weitere Untersuchungen zur Ausdehnung der byzantinischen Siedlung.

Bis in die heutige Zeit

Das türkische Dorf Boğazköy, später umbenannt in Boğazkale, wurde im 18. Jh. begründet.

Mehr über Ḫattuša finden sie hier, auf den Webseiten der Ausgrabung..