Hattuša Survey

Suche nach der verlorenen Architektur


Lebenszeichen ...

geschrieben von Ulf Röttger am 07.09.2009 17:26:00.

Gerne hätten wir hier bereits mehr von uns hören lassen, allein die Arbeit vor Ort in der kurzen Zeit, die uns zur Verfügung steht, hat selbstredend Vorrang.

Für eine kleine Impression des ‘Mädchenfelsens’ bei Sonnenaufgang (links) findet sich dann doch noch Gelegenheit.

Man findet den Felsen in der Titelgraphik über “Projekt” gleich neben der Straße unter den grauen Felsbrocken.

Der Survey kommt sehr gut voran - allmählich werden die Planums-Zeichenarbeiten abgeschlossen und die Ballonaufnahmen stehen an. Dazu kommen das Photographieren, sowie Detailzeichnungen, Vermessungsarbeiten und ein paar kleinere Nebenprojekte, um das ganze abzurunden.

Alle im Team sind gesund und munter und wir stürzen uns nun in die letzten anderthalb Wochen.

Wir grüßen alle zuhause in Münster & Altenberge!


Volksbank Altenberge - Dankeschön

geschrieben von Prof. Dr. Reinhard Dittmann am 04.08.2009 12:44:00.

Der Volksbank Greven, Filiale Altenberge, danken wir herzlichst für die großzügige Spende, mit der sie die diesjährige Kampagne unterstützt. Damit wird auch in diesem Jahr gewährleistet hochauflösende Luftaufnahmen der Felsen zu erstellen.

Gerda Henkel Stiftung macht Kampagne 2009 möglich

geschrieben von Prof. Dr. Reinhard Dittmann am 02.08.2009 18:25:00.

Die Gerda Henkel Stiftung hat durch ihre großzügige finanzielle Unterstützung die diesjährige Kampagne überhaupt erst ermöglicht. Dafür möchten wir vom ganzen Team uns herzlich bedanken.

Neue Inhalte

geschrieben von Ulf Röttger am 02.03.2009 19:39:00.

Die Seite Projekt mit den Unterbereichen Kampagnen, Methode, Organisation, sowie die Seite Ḫattuša sind nach einiger Arbeit im Hintergrund bereitgestellt.

Das Team wünscht viel Vergnügen beim Lesen.

Die verlorene Architektur - Teil I

geschrieben von Ulf Röttger am 22.02.2009 18:16:00.

Einleitung


Ein Wohnhaus auf einem Felsen gebaut, ähnlich wie vor über 3.000 Jahren.
Ḫattuša liegt im zentralanatolischen Hochland, das gesamte Stadtgebiet ist eine Felsenlandschaft. Diese Felsen waren einst in die Bebauung integriert, eine Tradition die sich noch heute beobachten läßt, z.B. im an der Ruine gelegenen Dorf Boğazkale (früher: Boğazköy). Die Oberflächen großer und kleiner Erhebungen weisen oft noch die für die Hethiter so typischen Bearbeitungsspuren auf. Manche sind allerdings auch späteren Steinmetzen der Antike zum Opfer gefallen, was man an der römischen Technik erkennen kann. Ein schönes Beispiel ist hierzu im vorigen Artikel, beim Inhaltsverzeichnis zu sehen.

Die Felsen Kesikkaya (geschnittener Felsen) im Nordosten und Kızlarkaya (Mädchenfelsen) im Südwesten der Karte.
Auf der Karte links läßt sich eindrucksvoll die felsige Landschaft erkennen. Die von Südwesten heranlaufende Poternenmauer (parallel zur Straße) wird von der Straße bei der Abbiegung nach Nordosten gekreuzt und die Mauer läuft weiter nach Nordwesten an den geschnittenen Felsen heran.

Kartierung

Diese Spuren zu kartieren, nach unterschiedlichen Bearbeitungstechniken und Zusammenhängen entsprechend zu beschreiben und den unterschiedlichen Kulturen zuzuordnen, ist Kernaufgabe des Ḫattuša Survey Projektes. Die Flächen zwischen den Felsen und um sie herum werden ebenso aufgenommen und die zahlreichen Reste der einstigen Architektur mit den Felsbearbeitungen in einer gemeinsamen Karte dargestellt. So entsteht ein neues Bild der hethitischen Stadtplanung und was lange Zeit als Steinbruch galt, wird wieder ein Monumentalbau.

Die verlorene Architektur - Serie

geschrieben von Ulf Röttger am 22.02.2009 18:08:00.


Markante Abarbeitungen an einem Felsen westlich des großen Tempels, in der Surveyfläche von 2007.
In der Serie ‘die verlorene Architektur’ möchten wir Sie in die archäologischen Zusammenhänge einführen, die den Survey in Hattusa ausmachen. Dazu bringen wir in unregelmäßigen Abständen kleine Beiträge, die von den Felsabarbeitungen zur Rekonstruktion erklären, wie man als Archäologe von einer felsigen Oberfläche zu monumentaler Architektur kommt.

Inhaltsverzeichnis

Das Inhaltsverzeichnis wird hier stets vervollständigt und bietet eine Überblick über den bisherigen Grad der Veröffentlichung.

  1. Einleitung
  2. Kartierung

Neue Photo-Gallerie

geschrieben von Ulf Röttger am 05.02.2009 19:12:00.

Eine bunte Sammlung Photos der 2007′er Kampagne ist auf der Photo-Seite bereit zum Betrachten.

Weitere Gallerien sind in Vorbereitung und werden ebenfalls kurz bekannt gegeben.

Messen von Bohrlochdiametern

geschrieben von Ulf Röttger am 31.01.2009 14:54:00.

Die Hethiter haben zur Verzapfung von Felsen oder Werksteinen mit weiteren Elementen (Fachwerk, Steinmauern, u.a.) Hohlbohrer verwendet.


Photo: Ulf Röttger
Diese Bohrlöcher zu vermessen ist aufgrund der starken Verwitterung nicht einfach zu handhaben.

Eine Schieblehre hat leider für Innenmessungen meist nur einen geringen Tiefgang, was bei ausgefransten Rändern letztlich zu fehlerhaften Meßwerten führen würde. Dazu erfordern sie ein Aufliegen des ganzen Geräts, was ebenso nichts stets möglich ist.

Als ich dann in einem Onlineshop einen Innentaster (für Rohre, o.ä.) aus Beständen der ehemaligen NVA fand, wußte ich genau: das ist die Lösung. Zum Glück ist NVA-Material trotz zum Teil robuster und guter Verarbeitung geradezu billig und oft so simpel aufgebaut, daß jederman es leicht bedienen und ggf. reparieren kann.

Die Skala ist auf halbe Zentimeter genau, man kann aber durch Schätzung der Zwischenabstände auf ziemlich genau 2,5 mm Präzision arbeiten. Die Strich-Skala reicht von 0-20 cm, meßbar sind Durchmesser von ca. 0,75 cm bis in etwa 21 cm. Das Gerät ist komplett aus Metall, nicht einmal die Skala ist gedruckt sondern geprägt. Für 3 € kann man sich nicht einmal einen vernünftigen Zollstock kaufen. So dürfte es auch dem rauhen archäologischen Feldalltag standhalten.

Vorbereitungen für 2009

geschrieben von Ulf Röttger am 31.01.2009 12:23:00.

Die Vorbereitungen für die nächste Kampagne laufen in vollem Umfang. Der Antrag auf Förderung ist gestellt, die Sponsorensuche hat einen guten Start.

Ulf rüstet sich bereits mit neuem Equipment, um das noch schwierigere Gelände meistern zu können. Mit Nicole und ganz vielleicht auch unserem Ur- & Frühgeschichtler David (den es doch eher in heimische Gräbergefilde zieht) ist das 2008'er Team dabei. Und wenn alles klappt kommen auch ein paar neue Gesichter zur Mannschaft (wird wohl eher eine Frauschaft ;) ).

Willkommen auf dem Blog des Hattusa-Surveys

geschrieben von Ulf Röttger am 30.01.2009 19:15:00.

Schön, daß Sie uns besuchen.

Wenn Sie ‘vom Fach’ sind stellt sich vielleicht die Frage, wozu ein Survey-Blog, muß denn heutzutage alles einen Blog haben? - Nein, nicht alles und jeder, wir schon ;).

Wenn Sie nämlich nicht aus dem Fach der Vorderasiatischen Archäologie sind, ist diese Seite für Sie! Vielleicht sind Sie nur aus Neugierde hier - oder, weil Sie jemanden kennen der den Ort besucht hat, oder weil wir Sie als möglichen Sponsor oder Ausrüster angesprochen haben. Sie brauchen nicht Fachzeitschriften erwerben, um mit halbjährlicher Verzögerung zu lesen, was diese Archäologentruppe aus Münster eigentlich macht.

Sie können dafür hinter die Kulissen schauen, was so einen Survey ausmacht. Wer alles dabei ist und welche Aufgaben hat. Wie wir so ein Projekt finanzieren - ja und wozu überhaupt!

Dazu kommt die eine oder andere Notiz, die man so schlecht in hochgelehrten Wissenschaftspublikationen unterbringen kann: zum Beispiel taufte der Autor dieser Zeilen intern die beiden Felshälften von Kesikkaya liebevoll ‘Käsekuchen’ (Westhälfte) und ‘KaKaO’ (Osthälfte).

Aber auch Photos und Impressionen vom Alltag, der Landschaft, den Leuten vor Ort sollen hier Ihren Platz finden.

Viel Spaß beim Stöbern wünscht Ihnen,
Ulf